ordo fluctus
 – eine Choroper
 2026

Das Ri­tu­al ist Fluch und Se­gen zu­gleich: es gibt un­se­rem All­tag Struk­tur, aber in sei­ner stän­di­gen Wie­der­ho­lung er­ken­nen wir nicht mehr, was wir da ei­gent­lich ma­chen. ordo fluc­tus ist ei­ne mul­ti­sen­so­risch er­leb­ba­re Chor­oper und er­zählt von Be­wusst­wer­dung des Ri­tu­als, und von der Kraft der Ver­än­de­rung, die in ihr liegt. 

Zwei stimm­ge­wal­ti­ge his­to­ri­sche Frau­en­stim­men sind Aus­gangs­punk­te: Hil­de­gard von Bin­gens mit­tel­al­ter­li­ches Mu­sik­dra­ma Ordo Vir­tu­tum und Vir­gi­nia Woolfs poe­ti­scher Ro­man Die Wel­len. ordo fluc­tus ver­webt die­se in ei­ner sphä­ri­schen Neu­kom­po­si­ti­on für Chor, Tän­ze­rin, zwei Schauspieler*innen und drei Sänger*innen. Es ent­steht ein Stück zwi­schen mys­ti­schen Chor­klän­gen und ei­ner viel­stim­mi­gen Textcollage. 

Ein Haupt­an­lie­gen bei der Stück­ent­wick­lung ist die Re­zep­ti­on mit und oh­ne Seh­be­hin­de­rung. Da­für ver­eint das Mu­sik­thea­ter­kol­lek­tiv opera­tion­der­kuenste nicht nur hap­ti­sche, akus­ti­sche und vi­su­el­le Aus­drucks­for­men, son­dern legt auch ei­nen be­son­de­ren Schwer­punkt auf in­te­grier­te künst­le­ri­sche Audiodeskription.

Auf­füh­run­gen: ordo fluc­tus wird am 27./28./29. März 2026 am TD Berlin zur Ur­auf­füh­rung gebracht.

Kon­zep­ti­on, Pla­nung, Durch­füh­rung: Ja­kob Bött­cher, La­ra Dom­ke, Mar­la Gai­ser, Ali­xe Du­rand Saint Guil­lain, Li­li Hil­le­rich, Sil­ja Korn, Lud­mil­la Mer­cier, Char­lot­te Rie­mann, Si­mon Scriba